In Zwischenzeit hat Sabine fleißig gepackt, der Skipper ist mit dem Flugzeug nach Gold Coast geflogen, wo wir unser neu gekauftes Auto bei unserem Freund Florian stehen gelassen hatten, als wir im Januar von Whangarei nach Gold Coast geflogen und bei Florian als Gäste aufgeschlagen waren. Also fährt Richard das Auto (nagelneuer Jeep Compass) runter nach Pittwater (ein Tag Fahrtzeit, für Australische Verhältnisse ein Katzensprung). In Pittwater packen wir dann unsere Plünnen ins Auto und alles andere kommt entweder in den Müll, wird verschenkt oder in Kisten eingepackt. Wir haben bei einer Spedition preiswert drei Kubikmeter als Zuladung gebucht und in Form von ca. 15 Kisten gefüllt, die darauf warten, hier abgeholt zu werden.
Tanuki wird von ihrem Liegeplatz in der Marina an eine Mooring gefahren an der sie die nächsten Monate verbringen soll, bis ein neuer Besitzer gefunden ist. Unser Abschied war kurz, aber mit etwas Wasser in den Augen, denn Tanuki hat tapfer und stets loyal ihren maritimen Dienst verrichtet und wir haben wohl gut für sie gesorgt, um diese Loyalität zu verdienen. Der Broker bringt uns per Dinghy an Land und schon steigen wir ins Auto um zunächst nach Gosford zu unserer Tochter Larissa zu fahren.
Gosford ist ein kleiner Ort an der Central Coast im Norden von Sydney. Nach nur 90 Minuten Fahrzeit sind wir schon da und werden herzlich von Larissa begrüßt. Die hat gerade ihren Job in einem lokalen Krankenhaus als „Registered Nurse“ beendet und ist dabei, ihr Haus abzuwickeln. Sie will einige Monate nach Deutschland fahren und zusammen mit ihrem Freund Europa erkunden. Noch ist sie aber nicht weg und wir verbringen einige Tage hier zum Relaxen und um die Familie zu stärken.


Dann geht es weiter in den Norden. Wir fahren nach Gold Coast zu unserem Freund Florian, wieder einen Tag Fahrzeit, die Strecke kennt Richard aber bereits. Wir fahren über Newcastle, Taree, Coffs Harbour und Byron Bay und erreichen die Grenze von New South Wales und Queensland sowie die Gold Coast gegen Abend nach 800 km auf den Highways A1 und M1 an der Küste entlang. Wie immer bekommen wir das Gästezimmer bei Florian, einem befreundeten Zahnarzt und Akademiker den wir schon seit unserer Auswanderung nach Australien kennen. Die Familie von Florian freut sich schon auf Sabines Kochkünste und wir freuen uns auf Florians Pfannkuchen.


Auch hier verbringen wir einige Tage der Ruhe. Besuch bei Max in Brisbane, Besuch bei Ikea mit nicht nur kulinarischen Inspirationen (wir kochen spontan Köttbüllar für Florians Familie). Dann geht es weiter in Richtung Norden. Brisbane, Sunshine Coast, Bundaberg und Gladstone sind unsere Stationen. Wir übernachten in Rockhampton und fahren weiter nach Norden auf der A1. Weiter geht es nach Mackay, Airly Beach und Bowen. Unsere nächste Übernachtung ist in Townsville. Wir staunen nicht schlecht über die Entwicklung von Townsville, das sich mittlerweile als eine der größeren Städte im Norden präsentiert. Dort treffen wir auch Thomas und Petra, unsere Crew von der Überfahrt Fiji nach Neuseeland. Sie sind mit ihrem Offroad Trailer hier für eine kleinere Reparatur und wir verbringen ein anregendes Abendessen in Ihrer Gesellschaft. Weiter nach Norden auf der A1. Ab hier kennen wir die Strecke wie unsere Westentasche und nach weiteren 5 Stunden kommen wir am Mittag in Cairns an, schlappe 1.800 km ab Gold Coast. Wir sind aufgeregt und freuen uns einerseits unser Haus wiederzusehen, welches gerade vor 1 Tag von den Mietern verlassen wurde, andererseits machen wir uns Sorgen um unsere Möbel und Besitztümer, die seit 3 Jahren in der Vorratskammer eingesperrt waren. Ungeziefer, hohe Luftfeuchte, hohe Temperaturen und Schimmel sind im tropischen Norden üblich und bedrohen alles was diesen Umgebungsbedingungen ausgesetzt ist. Mit Horrorvorstellungen im Kopf fahren wir also unser Haus an. Es ist noch da!


Unsere Mieter haben bei der Endreinigung keinen tollen Job getan, aber wir können einziehen. Leider müssen wir kräftig nacharbeiten, bis das Haus in einem wirklich sauberen Zustand angekommen ist. Also erste Nacht erst mal in ein chinesisches Aufblasbett. Richard eröffnet unser Möbellager und wir sind bereits bei der ersten Inaugenscheinnahme restlos platt. Kein Schimmel, alles in bester Ordnung. Noch ein Stein, der uns vom Herzen fällt.
Zwei Tage später kommen Thomas und Petra zu Besuch. Die Männer räumen die Möbel aus und schon nach wenigen Handgriffen ist das Haus wieder wohnlich. Nur vor dem schweren Billardtisch müssen sie kapitulieren und selbst mit Hilfe von zwei Nachbarn ist die Platte einfach zu schwer. Was nun? Gegen ein Trinkgeld von 80$ kommen zwei Jungs von einer Speditionsfirma, spucken einmal in die kräftigen Hände und nach 20 min. steht der Tisch im Wohnzimmer. Alles wird gut. Am Abend gibt es ein leckeres Curry auf unserem mittlerweile wieder funktionierenden Herd.


Richard installiert noch schnell die EDV-Technik und das hauseigene Netzwerk und schon sind wir wieder verbunden mit der weiten Welt. Nächster Schritt ist die Montage unseres Grills, während ein neugieriges Känguru aus unserem Garten zuschaut. So wird das Haus in kurzer Zeit wieder funktional und bewohnbar. Dann geht es an den arg vernachlässigten Garten…..
Wir sind angekommen.